Der Holler - Die vielen Gesichter einer Pflanze

Unterm Hollerbusch

Die Wappenpflanze von Hollersbach, der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), wird seit Menschengedenken genutzt und geschätzt. Seine Blüten ergeben den duftenden Hollersirup oder werden in Teig heraus gebacken, die Früchte zu Hollersaft, Kompott (Hollerröster) und Marmelade verkocht, aber auch zu Likör und Brand veredelt. Blüten und Früchte sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Die Blüten („Fliedertee“) wirken schweißtreibend und werden gegen Fieber, Erkältung und Grippe eingesetzt. Sie gelten auch als hustenlindernd und als Mittel gegen rheumatische Beschwerden. Die rohen Beeren (Achtung: leicht giftig!) wirken abführend, gekocht harn- und schweißtreibend (bei Erkältungskrankheiten).

 

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Ein Strauch, vor dem man den Hut zog …

Der gemeinsame Wortstamm von Holunder und Frau Holle kommt nicht von ungefähr. Hinter der gerechten Frau Holle verbirgt sich niemand anderer als die große Muttergottheit (Kelten: Brighid/Belisama, Germanen: Frigga oder Hulda). Man opferte ihr unter dem Hollerbusch und getraute sich nicht einmal, den heiligen Baum/Strauch zu beschneiden oder zu fällen. Dieser Glaube blieb noch in einem Kinderreim erhalten:

 

Ringel Ringel Reihe,
sind wir Kinder dreie,
sitzen unter’m Hollerbusch,
machen alle husch-husch-husch!

 

 

Verwandtschaft

Der Traubenholunder, Rote Holunder (Sambucus racemosa) hat zur Vollreife leuchtend roten Beeren und ist roh genossen, leicht giftig. Bei den Holundertagen im Jahr 2016 beschäftigten wir uns intensiv mit dem roten Holunder, seiner Vielseitigkeit und dem unvergleichlichen Geschmack. Der aufrechte Holunder, Attich (Sambucus ebulus), ist giftig. Der Attich hat aufrecht stehende Blütendolden und ist eine mehrjährige Staude und kein verholzter Strauch - so kann man sie von „unserem Holler“ unterscheiden.

 

 

Die dunkle Seite des Hollers

Der Strauch mit den schwarzen Beeren galt auch als Totengehölz. So maß man die Sarggröße mit einem Holunderzweig und zur letzten Fahrt auf den Friedhof wurden die Pferde mit einer Hollergerte angetrieben.

 

 

Weitere Infos, Tipps, Rezepte & Wissenswertes erfahren Sie in unserer Broschüre "DER HOLUNDER - Nutz-, Schutz- & Kulturpflanze".

 

Führungen im Kräutergarten:

Von Ende Mai bis Mitte Oktober findet jeden Dienstag (ausgenommen Feiertage) um 10.00 Uhr eine Führung durch den Kräutergarten statt. Dauer: ca. 2 Std. Die Führung ist mit Gästekarte frei (Gästekarte unbedingt mitbringen!);

 

Individuelle Führungen jederzeit Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich!

Veranstaltungen & Kurse:

Wir sind bemüht, unseren Besuchern ein tolles, abwechslungsreiches Programm in unserem Hollersbacher Kräutergarten zu bieten. Die Natur näher bringen - unsere Welt der Kräuter kennen & verstehen lernen und in Harmonie mit Mutter Natur zu leben.

 

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Blumen anschauen hat

etwas Beruhigendes ...

 

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Emotionen noch Konflikte.

 

(Sigmund Freud)

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